Postnatale Depression – gibt es neue Lösungsansätze?

Studien haben ergeben, dass etwa jede 5. Frau an einer postnatalen Depression erkrankt. Ich bin auf dem Blog von Naturally Healthy Mind über neue Empfehlungen zu der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln während der Schwangerschaft gestoßen. Auf diese Weise kann der postnatalen Depression vorgebeugt werden. Das Wichtigste habe ich nachfolgend einmal zusammengefasst:

 

Wie wahrscheinlich ist es, dass ich nach der Geburt an einer postnatalen Depression leiden werde?

Eine postnatale Depression, besser unter Wochenbettdepression oder „Baby Blues“ bekannt, kann bis zu zwei Jahren nach einer Geburt auftreten. Es heißt, bis zu 20 Prozent aller Frauen sind nach der Geburt eines Kindes von einer postnatalen Depressionen betroffen.“Post“ bedeutet „nach“ und „natalis“ heißt „Geburt“ – der Begriff stammen aus dem Lateinischen.

Dabei können die Ausprägungen unterschiedlich stark sein. Meist zeigen sich jedoch leichte bis schwere Depressionen schon vier bis sechs Wochen nachdem entbunden wurde.

Viele Frauen wählen hier ganz bewusst alternative Möglichkeiten und grenzen sich von den schulmedizinischen Behandlungsformen ab. Dadurch wird versucht, auf die Ansätze des Krankheitsverlaufs präventiv einzuwirken und diese positiv zu beeinflussen. Die Nebenwirkungen von Antidepressiva sind nicht zu unterschätzen und sollten natürlich insbesondere während der Schwangerschaft und Stillzeit sehr kritisch hinterfragt werden.

Rund 15-20% aller Frauen stürzt die Geburt in die eine postnatale (postpartale) Depression oder gar eine Psychose. Mit Sport und einer angepassten Ernährung sowie der Einnahme von Nahrungsergänzung kann vorgebeugt werden.

 

Was genau ist der „Baby Blues“?

Der sogenannte Baby Blues, ist von der postnatalen Depression in der Form abzugrenzen, da es hier um auftretende Stimmungsschwankungen geht, die zwei bis fünf Tage anhalten können und damit bald nach der Geburt wieder abklingen.

Dieses Phänomen wird als himmelhochjauchzend und dann wieder zu Tode betrübt beschrieben. Erklärt wird das Phänomen damit, dass die Sexualhormone der Frau einen starken Anstieg während der Schwangerschaft haben und in den ersten Tagen nach der Entbindung wieder rapide abfallen.

Wenn dieser Zustand länger als zwei Wochen anhält, sollte zeitnah abgeklärt werden, ob es sich nicht doch um eine postnatale Depression handelt.

Wie äußern sich die Symptome einer postnatalen Depression?

Typische Symptome einer postnatalen Depression können sein: Undefinierbare und oft unbegründete Angstzustände, wenn Frauen sich extreme Sorgen um ihr Kind machen und Ängste über Kontrollverluste äußern

  • Eine starke Unruhe treibt Frauen an, zum Teil verbunden mit Panikattacken und der Befürchtung, verrückt zu werden
  • Eine Antriebslosigkeit – Dinge in Angriff zu nehmen fällt sehr schwer
  • Interessenlosigkeit für alles, was um einen herum passiert
  • Eine starke innerer Leere macht sich breit mit einer Unfähigkeit zu weinen. Das kann bis zur Vernachlässigung des Babys führen
  • Appetitstörungen können sich einstellen, die sich dann in Appetitlosigkeit äußern oder in einer Esssucht auftauchen können
  • Körperliche und geistige Erschöpfungszustände
  • Magen- und Rückenschmerzen
  • Verdauungsprobleme
  • Verspannungen
  • Schwindel
  • Häufig treten Konzentrationsstörungen auf
  • Neigung zum Grübeln
  • Reizbarkeit und Stimmungschwankungen, Wutausbrüche und Aggression bis hin zur Gewalttätigkeit
  • Schlafstörungen, wie Einschlaf- und Durchschlafstörungen verbunden mit Depressionen
  • Schuldgefühle ohne jegliche Grundlage bis hin zu Selbstmordgedanken
  • Sexuelle Unlust und Ablehnen von Berührungen sowie Austausch von Zärtlichkeiten
  • Sozialer Rückzug
  • Eine tiefe Traurigkeit kann sich einstellen, Pessimismus und häufiges Weinen
  • Verlust des Selbstwertgefühls und des Selbstbewusstseins
  • Ein sich wiederholendes Gedankenmuster sich selbst oder auch dem Kind zu schaden
  • Bindungsprobleme zum Kind, Gleichgültigkeit, Zwiespältigkeit, Ablehnung des Babys

 

Welche Ursachen haben postpartale Depressionen aus der schulmedizinischen Sicht?

Leider werden die Symptome einer postpartalen Depression oft unterschätzt oder viel zu spät erkannt. Hier ist die Nachsorgehebamme, der Frauenarzt und das Umfeld angesprochen. Die Depression kann schwerwiegende Folgen für Mutter und Kind nach sich ziehen. Bei betroffenen Frauen können die Depressionen chronisch werden im schlimmsten Fall in Selbstmord enden. Das Kind kann sehr unter der Erkrankung der Mutter leiden und Bindungsstörungen sowie emotionalen und kognitiven Entwicklungsstörungen können die Folge sein. Schulmediziner nennen folgende Risikofaktoren:

  • Stress im Verlauf der Schwangerschaft
  • Die Geburt war traumatisch
  • Es sind Probleme in der Partnerschaft aufgetaucht
  • Die eigene Kindheit war belastend
  • Östrogen und Serotonin spielen eine wichtige Rolle

 

Wie werden postnatale Depressionen behandelt?

Zuerst muss der Schweregrad der Depression festgestellt werden. Dies geschieht anhand eines Fragebogens nach EPDS = Edinburgh Postnatal Depression Scale. Die herkömmliche Behandlung empfiehlt dann den Einsatz von Pharmazeutika sowie der Verordnung einer Psychotherapie.

Die Prozentsatzahlen an Patientinnen, die eine Wochenbettdepression mitgemacht haben, machen deutlich, dass dringend weitere Ursachenforschungen betrieben werden müssen.

Im Durchschnitt dauert die postnatale Depression ungefähr sieben Monate. Bei der Hälfte der Frauen stellt sich diese Störung bei einer Folgeschwangerschaft erneut ein. Mediziner werden aufgerufen, sich darüber Gedanken zu machen und nicht nur die Pharmazie zur Behandlung einzusetzen.

Weitere Faktoren gehören ins Rampenlicht wie der Lebensstil einer Patientin und wie versorgt sie sich mit den wichtigen Nähr- und Vitalstoffen? Eine ganzheitliche Therapie muss in Betracht gezogen werden.

 

Können Umweltgifte Auslöser einer postnatalen Depression sein?

Schwangere sind heutzutage einer Fülle von Belastungen durch zahlreiche Umweltgifte und Schadstoffe ausgesetzt. Von daher ist es absolut sinnvoll, diesen Aspekt in Verbindung mit einer Wochenbettdepression zu erörtern. Hier geht es um Schadstoffe, wie:

  • Schwermetalle, beispielsweise Methylquecksilber bei Fischen
  • Rückstände von Pharmazeutika und Impfungen
  • Haarfärbemittel und Chemie in Kosmetikartikeln sowie Möbeln
  • Auto- und Industrieabgase
  • Lebensmittelrückstände, wie Pestizide, Dioxin und Blei.

Diese Art Belastung mit Chemikalien können sich oft erst in den nachfolgenden Generationen zeigen – Laborversuche mit Ratten machen es deutlich.

Aktuell wird die Chemikalie Glyphosat diskutiert. Studien zeigen, wie stark dieser Stoff die Darmflora und damit das mikrobiologische Gleichgewicht beeinflusst. Das Entstehen von entzündlichen Prozessen wird der Weg bereitet und das Ungeborene und die Mutter können Schaden nehmen. Eine postnatale Depression kann die Folge sein.

Ebenfalls stehen aktuell Störungen im Stoffwechsel zur Diskussion, was die Aminosäure Kynurenin betrifft. Aminosäuren sind die kleinsten Bausteine vom Eiweiß. Laborversuche belegen, dass das Verhältnis von Kynurenin und einem weiteren Aminobaustein mit Namen Tryptophan, Aufschluss über den Beginn einer postpartalen Depression geben können.

 

Können Frauen einer postnatalen Depression während der Schwangerschaft vorbeugen?

Ja, Frauen können mit relativ einfachen alltäglichen Maßnahmen viel dazu beitragen, dass die Belastung an Umweltgiften reduziert wird:

  • Die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren, Folsäure, Tryptophan, Kurkuma und Probiotika ist (nach Rücksprache mit einem Arzt) empfehlenswert
  • Leichter Sport wie Yoga oder Aerobic ist empfehlenswert
  • Den Einkauf von Nahrungsmitteln aus einer biologischen Landwirtschaft beziehen
  • Verzicht auf verarbeitete Lebensmittel – keine Konservierungsstoffe und wenig Geschmacksverstärker sowie wenig Zucker
  • Die Verwendung von Kosmetika ohne krebserregende Stoffe, das betrifft auch die Reinigungsmittel
  • Im Haushalt natürliche Mittel wie Apfelessig und Schmierseife benutzen
  • Einen kritischen Umgang mit Medikamenten
  • Verzicht von Plastikgeschirr und Plastikdosen.

Neben Folsäure, Eisen, Vitamin D, B-Vitaminen und Magnesium sollte während der Schwangerschaft auf eine ausreichende Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren. z.B. in Form von Fischöl, geachtet werden.

 

Welche weitere Vorbeugung und Unterstützung gibt es?

Hier kann versucht werden „Probiotika“ einzusetzen. Eine Lactose Balance bringt die Darmflora wieder ins Gleichgewicht und enthält lebensfähige Mikroorganismen. Außerdem soll Probiotika dazu beitragen, die Aktivierung antientzündlicher Reaktionen auszulösen und das Immunsystem zu stärken. Dieses wiederum kann dafür Sorge tragen, dass Angstsymptome sich abschwächen.

 

Fazit:

Die Einnahme von bestimmten Nährstoffen und Vitalstoffen hat nachweislich schon während Schwangerschaften positive Auswirkungen gehabt auf die Gesundheit von der Mutter und das noch ungeborene Kind. Und es kann helfen, dass das Risiko an einer postnatalen Depression zu erkranken, gesenkt wird oder gar nicht entsteht.

Verbunden mit weiteren positiven Veränderungen im persönlichen Lebensstil der gebärenden Frauen können sich positiv auswirken. Das kann moderater Sport sein und Körperübungen wie beispielsweise Yoga.

Mütter, die bereits an einer postnatalen Depression erkrankt sind und konventionelle Pharmazeutika nicht einnehmen möchten, sollten zu einer zusätzlichen Psychotherapie Alternativen auf naturheilkundlicher Basis prüfen.

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