Zwillingsschwangerschaft – Was ist anders?

Zwillingsschwangerschaft – Was ist anders?

In der Anfangsphase der Schwangerschaft werdet ihr nicht unbedingt merken, dass ihr Zwillinge erwartet. Nach einiger Zeit kann es jedoch einige Anzeichen geben, wie etwa eine für die Schwangerschaftswoche eher große Gebärmutter. Auch eine ungewöhnlich starke Übelkeit kann ein Zeichen für eine Zwillingsschwangerschaft sein.  Zweifel lassen sich hierbei nur durch eine Ultraschall-Untersuchung beseitigen. In der Regel kann man Mehrlinge schon ab der sechsten Schwangerschaftswoche erkennen. In dieser frühen Phase der Schwangerschaft kann es leider vorkommen, dass sich nur einer der Embryonen weiterentwickelt (Vanishing Twin Syndrom).

Es gibt Frauen, bei denen die Botschaft über das mehrfache Mutterglück im ersten Moment nicht unbedingt Jubelschreie auslöst. Vielleicht war es für euch ja erst mal ein Schock und ihr habt eine Weile gebraucht, um die Neuigkeit zu verdauen. Oft geht die Botschaft mit Sorgen und Ängsten einher.  Ängste über Schwangerschaftskomplikationen oder Probleme bei der Geburt (Zwillinge kommen häufig per Kaiserschnitt zur Welt), Ängste finanzieller Art oder Alltagsängste. Es ist nicht selten, dass Zwillingsmütter alleinerziehend sind oder dass der Partner unter der Woche kaum bis gar nicht Zuhause ist, weil der Arbeitsplatz nicht am Wohnort liegt. Doch keine Angst nach kurzer Zeit werdet Ihr euch an den Situation gewöhnen und ihr werdet nur noch „doppelt“ denken .

Nachdem eure Kleinen schon ein Stückchen gewachsen sind, ist es nicht ungewöhnlich, dass Ihr schnell müde werdet und ihr euch öfter ausruhen müsst. Außerdem kann es sein, dass sich bei euch die üblichen Schwangerschaftsbeschwerden stärker zeigen als bei Einlingsschwangerschaften.

Typische (oft verstärkt auftretende) Symptome bei Zwillingsschwangerschaften sind:

 

  • Müdigkeit durch Eisenmangel/allgemeine hormonelle Umstellung
  • Übelkeit
  • Blutungen (z. B. durch Hämatome in der Gebärmutter)
  • Kurzatmigkeit durch erhöhte Progesteronwerte (frühe Schwangerschaftsphase)
  • Verstopfung oder Blähungen
  • Kurzatmigkeit weil zwei Babys auf euer Zwerchfell drücken (späte Schwangerschaftsphase)
  • ständiger Harndrang in der späteren Schwangerschaftsphase (eure Blase hat keinen Platz)
  • Rückenschmerzen in der späten Phase der Schwangerschaft
  • Bluthochdruck
  • erhöhte Gewichtszunahme
  • Wassereinlagerungen in den Extremitäten
  • Schwangerschaftsgestose (Schwangerschaftsvergiftung)
  • Schwangerschaftsstreifen
  • Krampfadern

 

Was bedeutet das für euch?

Erholung, Erholung, Erholung!!!! Wer Zwillinge erwartet, für den ist Erholung ein Muss! Wir legen euch nahe, euch mit diesem Thema ernsthaft auseinanderzusetzten. Euer Ziel sollte sein, eure Kleinen solange wie möglich im Bauch zu behalten. Denn das Risiko einer Frühgeburt bei einer Zwillingsschwangerschaft ist deutlich höher als bei „normalen“ Schwangerschaften, da die Gebärmutter stärker gedehnt wird! Unsere Mädels kamen in der 33. Schwangerschaftswoche zur Welt, und wogen bei ihrer Geburt 1780 g und 1820 g.

Gerade in der Anfangsphase einer Schwangerschaft  vernachlässigen viele werdende Mütter die eigene Schonung und muten sich im Haushalt, Job etc. viel zu viel zu. Ich weiß, dass die häuslichen Gegebenheiten oft nicht viele Alternativen zulassen aber wann immer es geht, gönnt euch eine Pause. Eine Pause heißt nicht, Wäsche aufzuhängen oder das Geschirr noch schnell eben zu spülen. Nein, eine Pause heißt in diesem Fall sich hinzulegen und mindestens eine Stunde pro Tag zu ruhen! Lasst, wann immer es geht euch im Haushalt helfen und bittet eure Familien um Unterstützung.

Bei zwillingsschwangeren Frauen werden mehr Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt. Ab dem sechsten Schwangerschaftsmonat  in der Regel alle zwei Wochen und falls auch nur ein geringer Grund zur Sorge besteht auch öfter. Normalerweise sind bei schwangeren Frauen drei Ultraschalluntersuchungen üblich. Bei werdenden Zwillingsmüttern finden aber in der Regel mehr statt. Hierbei wird unter anderem regelmäßig der Muttermund untersucht, um einer eventuellen frühzeitigen Öffnung schnell entgegenwirken zu können.

 

Macht euch immer bewusst, in Deutschland wird eine Mehrlingsschwangerschaft als Risikoschwangerschaft eingestuft. Das heißt nicht, dass ihr euren Körper in Watte packen sollt. Hört lediglich in euch hinein und akzeptiert, wenn euer Körper nach einer Pause verlangt und gebt sie ihm. Ihr werdet eure gesamte Energie brauchen, wenn eure Kleinen erst einmal da sind J!

 

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