Die Neugeborenen-Intensivstation – Für Zwillingsschwangere ein Thema!

Einige von euch werden sich früher oder später mit dem Thema Neugeborenen-Intensivpflege auseinandersetzten (müssen). Wie  schon im letzten Artikel erwähnt, kommt ca. die Hälfte der Kinder bei einer Zwillingsschwangerschaft noch vor der  37. Schwangerschaftswoche zur Welt. Oft bedeutet dieser Umstand, dass bei diesen zu früh geborenen Kindern ein Teil der Organsysteme noch nicht ausgereift also noch nicht gänzlich funktionsfähig sind.
Frühchen können zum Beispiel ihre Körpertemperatur nicht eigenständig regulieren oder haben noch Probleme mit der Atmung. Das Immunsystem ist bei vielen Frühgeborenen noch viel zu schwach, um Infektionen wirksam zu bekämpfen. Bei diesen Kindern ist eine Intensivpflege und -betreuung unumgänglich.  In den meisten großen Geburtskliniken gehören Neugeborenen-Intensivstationen zum Standard. Hier bekommen zu früh geborene Kinder die Möglichkeit die Entwicklung, die eigentlich hätte im Mutterleib stattfinden müssen, nachzuholen.

Die meisten der Frühchen liegen hier in einem Brutkasten – dem Inkubator. In erster Linie dient dieser dazu, den Kleinen beim Stabilisieren der Körpertemperatur zu helfen.  Bei Bedarf besteht hier die Möglichkeit die Kinder zusätzlich mit Sauerstoff zu versorgen. Die Eltern und das Pflegepersonal können die Kinder durch mehrere Öffnungen an den Seiten des Gerätes streicheln, untersuchen oder versorgen. In der Regel bleiben die Frühchen so lange im Brutkasten, bis sie in der Lage sind selbstständig ihre Körpertemperatur zu halten und nicht mehr auf die Gabe von zusätzlichem  Sauerstoff angewiesen sind. Meistens können die Kleinen dann in ein Wärmebettchen umziehen.

Für die Eltern ist die Zeit, während ihre Kinder im Inkubator liegen sehr befremdlich und oft nicht einfach. Wir sprechen hier aus Erfahrung, denn unsere beiden Mäuse haben ihren ersten Lebensmonat auf der Frühchenstation verbracht und fast die Hälfte davon im Brutkasten. Eine Frühgeborenen-Intensivstation ist für uns Eltern alles andere als intim und nicht unbedingt das, was wir uns für die ersten Tage nach der Geburt vorgestellt haben. Gerade für die Mütter ist es sehr, sehr schwer ihre Kinder, die sie so viele Monate im Bauch getragen und gespürt haben, eingeschlossen in einem Inkubator liegen zu sehen. Sie haben sich nichts sehnlicher gewünscht als, ihre Kleinen endlich im Arm zu halten, sie zu riechen und zu streicheln. Doch nun liegen die Kleinen umgeben von einer Vielzahl an Überwachungsgeräten, die ständig piepen in diesem Kasten. Wir hatten am Anfang nur die Möglichkeit, durch die Löcher an den Seiten des Inkubators körperlich Kontakt mit unseren Zwillingen aufzunehmen. Ein wenig später, als sich unsere Kleinen ein wenig stabilisiert hatten, wurden sie uns sogar auf den Bauch gelegt und erst jetzt hatten wir das, was wir schon lange wollten – unsere Kinder!

Im Folgenden möchte ich euch gerne drei Videos zu einer Reportage der ARD ans Herz legen, die einen kleinen Einblick in den Alltag einer Neugeborenen-Intensivstation gibt.

Reportage – Frühgeborenen-Intensivstation (Teil 1)

Reportage – Frühgeborenen-Intensivstation (Teil 2)

Reportage- Frühgeborenen-Intensivstation (Teil 3)

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