Wenn Zwillinge einschlafen sollen…

Seit der Veröffentlichung unseres letzten Artikels sind schon einige Tage vergangen aber wir haben derzeit Hauptsaison und sind mit den anfallenden Aufgaben in unserer Pension mehr als beschäftigt. Leider bleibt aus diesem Grund unser Blog momentan ein bisschen außen vor, wir geloben aber Besserung. 🙂 In diesem Artikel möchten wir euch nun über unser allabendliches „Zubettgehen“ berichten, da es zurzeit mal wieder nicht ganz so einfach ist. Natürlich würden wir uns auch wieder sehr über rege Beteiligung über die Kommentarfunktion freuen.

Noch während der Schwangerschaft mit unseren Zwillingen haben meine Frau und ich uns darauf geeinigt, dass wir wenn immer es geht einen gleichbleibenden Rhythmus pflegen wollten, um unseren Zwillingen das Einschlafen zu erleichtern. Denn im Zusammenhang mit Babys und Kleinkindern und deren Schlafgewohnheiten ist uns immer wieder ein Wort unter gekommen: Rhythmus, Rhythmus, Rhythmus! In diesem Zuge haben wir also versucht unsere Zwillinge jeden Abend zur selben Zeit ins Bett zu bringen und sie auch ihren Mittagsschlaf zur selben Zeit machen zu lassen. Auch haben wir gerade in der Anfangszeit vermieden unsere Kinder an „unmöglichen“ Orten wie z. B. auf Partys schlafen zu lassen.

Nun, wer glaubt, durch das Einhalten von Rhythmen erzieht man seine Kinder zu regelrechten Schlafmonstern den müssen wir hier eines Besseren belehren. Sicherlich sind wir davon überzeugt, dass wir mit unserem Verhalten eine gute Basis geschaffen haben. Aber Kinder sind nun mal eben keine Maschinen und lassen sich nicht einfach wie ein Uhrwerk stellen. Wir stellen immer wieder fest, dass das Einschlafen nicht zwangsläufig rhythmusabhängig ist, sondern vielmehr von der jeweiligen körperlichen und mentalen Verfassung unserer Kinder. In Phasen des Zahnens, bei Erkältungen und in Wachstumsschüben schlafen sie generell schlechter ein und der Abend kann sich sehr in die Länge ziehen. Momentan befinden wir uns in solch einer Phase und es ist keine Seltenheit, dass trotz aller Rhythmen und Rituale eineinhalb Stunden vergehen bis unsere Zwillinge endlich eingeschlafen sind. Dabei ziehen sie alle Register und verlangen zum Beispiel mehrmals zu trinken, stehen auf, um sich Spielzeug zu holen, toben, spielen Versteck und, und, und… An manchen Tagen gelangen wir da echt an unsere Grenzen und wir wünschen uns alles andere, nur keine Kinder! Dabei immer die Ruhe zu bewahren und wohlbesonnen auf die Kleinen einzuwirken ist nahezu unmöglich. Oft erkennen wir dann, dass wir den richtigen Zeitpunkt für das Zubettgehen verpasst haben und unsere Zwillinge sind dann quasi überdreht. Das einzige was in solchen Situationen wirklich hilft, ist körperliche Zuneigung.

Durch unsere eh dann schon angespannten Nerven übersehen wir schnell schon mal die wahren Bedürfnisse unserer Kinder. Den ganzen Tag über sehen sie sich einer Vielzahl neuer Eindrücke ausgesetzt. Diese dann zu verarbeiten, ist für die Kleinen ein enormer Kraftakt bei dem sie Hilfe benötigen. Und von wem erhoffen sich Kinder am meisten Unterstützung? – Von ihren Eltern! Bei Mama und Papa fühlen sie sich sicher und geborgen. Wenn unsere Zwillingsmädels also mal so gar nicht zur Ruhe finden, gibt es nur eine Lösung – Nähe und Körperkontakt! Das heißt nichts anderes als das sich einer von uns beiden (und manchmal auch wir beide) neben das Bett setzt und die Kleinen streichelt und mit ihnen kuschelt, immer abwechselnd natürlich. Es ist auch schon das eine oder andere Mal vorgekommen, dass ich mich zwischen die Betten gelegt habe und jede meiner Töchter musste zum Einschlafen meine Hand halten. 🙂

Zusammenfassend kann man also sagen, dass jegliche Form von Rhythmus im Tagesverlauf förderlich für jedes Kind ist, um die nötige Ruhe für den Mittagschlaf oder den Abend zu finden. Dadurch bekommt es Halt in einem für Babys und Kleinkinder doch recht verwirrenden und aufregenden Alltag. Aber sollte man seine Kinder nicht in einen Ablauf pressen, sondern beobachten welchen Rhythmus sie uns von selbst vorgeben. Am Abend ist es wichtig seinen Zwillingen die Möglichkeit und vor allen Dingen die Zeit zu geben „runter zu kommen“ und sich auf die Nacht einzustellen. Tolle Einschlaf- oder Zubettgeh-Rituale sind da sehr sinnvoll und können den Kindern helfen zur Ruhe zu kommen. Doch macht euch bewusst, dass schnell mal eben zwei Seiten eines Buches vorlesen, um den Anfang vom Tatort noch zu schaffen, kein wirkliches Ritual ist. Nehmt euch Zeit! Wir sind fest davon überzeugt, dass Kinder die Unruhe ihrer Eltern spüren. Je schneller ihr eure Zwillinge zum Schlafen bekommen wollt, desto länger wird es dauern! Wir sprechen da aus Erfahrung 😉

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