Haushaltshilfe nach der Geburt der Zwillinge (Teil 1)

Die Diagnose über die Schwangerschaft mit Zwillingen kann einen ganz schön aus der Bahn werfen. Nach einem ersten kleinen Schock überwiegt zunächst oft die Freude über das doppelte Glück. Doch je weiter die neue Situation Platz in den eigenen Gedanken findet, desto komplizierter scheinen die zukünftigen Gegebenheiten mit dem eigenen Lebensplan vereinbar zu sein. Immer öfter rückt die Angst vor der Zukunft in den Vordergrund und nicht selten ist der Satz zu hören: “Wie soll ich das alles nur schaffen?“

In der Tat kommt diese Aussage nicht von ungefähr. Die Betreuung von Zwillingen fordert den Eltern viel ab. Gerade die ersten Tage nach der Entlassung aus der Geburtsklinik können das Leben in den eigenen vier Wänden mächtig auf den Kopf stellen. Die Unterstützung der Schwestern fehlt nun gänzlich und wenn auch noch der Partner wieder zur Arbeit muss, dann sieht man sich einer Endlosschleife von Wickeln, Füttern, Waschen und Anziehen allein gegenüber. Geht man davon aus, dass die Zwillinge alle zwei Stunden was zu essen haben wollen, kann man sich schnell ausrechnen, dass für den Haushalt und das Einkaufen sehr wenig Zeit bleibt.  Für die eigenen Bedürfnisse und eine bisschen „Zeit für sich“ bleibt eigentlich gar kein Freiraum. Gut, Mütter und besonders Zwillingsmütter lernen recht schnell, sich  gänzlich hinten an zu stellen und die volle Aufmerksamkeit ihren Neugeborenen zu widmen. Eigene Belange werden da, häufig auch ganz unbewusst, völlig zweitrangig. Aber gerade diese paar Minuten Freiraum, ohne Kinder, ist so immens wichtig für eine Zwillingsmutter. Hier kann Sie kurz verschnaufen und sich erholen, Kraft sammeln für den nächsten Fütter-Wickel-Marathon  und, soweit als möglich :-), abschalten.

Aber wie kann man sich diesen Freiraum nun schaffen? Das Stichwort heißt Haushaltshilfe. Eine kleine (oder große) Fee, die die Wäsche macht, Staub saugt oder einkauft. Auch Hilfe beim Wickeln und Waschen oder gar beim Füttern wären denkbar soweit der mütterliche Schutzinstinkt so etwas zulässt. In erster Linie ist natürlich immer die eigene Familie oder Freunde der erste Ansprechpartner, wenn es um Unterstützung geht. Das heißt also nicht schüchtern sein, Eitelkeiten zurückstellen und Hilfe erbitten, wenn sie nicht angeboten wird. In einem Sozialstaat wie Deutschland gibt es natürlich auch noch  andere Institutionen, wo sich Frauen unter bestimmten Voraussetzungen Unterstützung für den Alltag mit Ihren Zwillingen erbitten können.

Die gesetzlichen Krankenkassen

Eine längerfristige bezahlte Haushaltshilfe von der Krankenkasse zu bekommen, ist für Eltern von Zwillingen (selbst für Drillingseltern) ziemlich schwer und wird eigentlich nur dann gewährt, wenn der Hausarzt der Zwillingsmutter einen quasi kurz bevor stehenden Nervenzusammenbruch prognostiziert. Einige Kassen haben aber zumindest die Möglichkeit der Bewilligung einer Haushaltshilfe für die ersten 6 Wochen nach der Entbindung der Zwillinge in Ihren Satzungen verankert, so dass eine Nachfrage in dieser Hinsicht sicherlich sinnvoll ist. Eine Haushaltshilfe muss dagegen gewährt werden, wenn die den Haushalt führende Person im Krankenhaus liegt oder sich zum Beispiel in einer Reha-Maßnahme oder Kur befindet. Eine Ausnahme bilden, wie in vielen Fällen, die Landwirte. Auf Grund der hohen Anforderungen einer Familie (einschließlich der Zwillingsmutter) den landwirtschaftlichen Familienbetrieb zu führen, wird vom  Gesetzgeber ausdrücklich darauf hingewiesen die Bewilligung einer Haushaltshilfe in der Satzung zu verankern. Im Falle einer Schwangerschaft mit Zwillingen oder Drillingen lohnt sich eine Nachfrage als gesetzlich Versicherter in einer Landwirtschaftlichen Krankenkasse also allemal.

Bundesstiftung „Mutter und Kind“

Die Bundesstiftung „Mutter und Kind – Schutz des ungeborenen Lebens” unterstützt seit jetzt 25 Jahren schwangere Frauen in Notlagen. Auf die Internetseite schreibt die Stiftung, dass je nach Einzelfall finanzielle Hilfen für jegliche im Zusammenhang mit Schwangerschaft, Geburt oder Pflege des Kleinkindes entstehenden Aufwendungen ausbezahlt werden können. Hierzu gehört auch die Finanzierung einer Haushaltshilfe für Frauen die Zwillinge bekommen haben. Dafür erhält die Stiftung vom Staat jährlich ca. 92 Millionen Euro. Der Erhalt der Zuwendungen  von der Bundesstiftung „Mutter und Kind“ unterliegt natürlich gewissen Bedingungen, wie zum Beispiel die Tatsachen, dass die Schwangere sich in einer Not- bzw. Konfliktsituation befinden muss. Auch die Höhe des Einkommens spielt dabei eine Rolle. Grundsätzlich ist hierbei zu beachten, dass die Anträge bereits während der ersten Hälfte der Schwangerschaft gestellt werden, da diese vorrangig Berücksichtigung finden.

(Wichtig: Es kann vorkommen, dass die Beantragung der Finanzierung einer Haushaltshilfe nach der Entbindung der Zwillinge grundsätzlich abgelehnt wird. Als Grund wird angeführt, dass keine Leistungen der Stiftung gewährt werden können, wenn man bereits Elterngeld bezieht. In diesem Fall solltet ihr auf den § 4 Absatz 1 der Vergaberichtlinien verweisen. Hier wird eine gleichzeitige Gewährung von Elterngeld und Stiftungsmitteln  anerkannt, solange eine außergewöhnliche Belastungssituation begründet ist)

Haushaltshilfe nach der Geburt der Zwillinge (Teil 1)
Haushaltshilfe nach der Geburt der Zwillinge (Teil 2)

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