Das Eibrot – aus dem Leben einer Zwillingsschwangeren

Heute möchte ich euch gerne eine Zwillingsmama vorstellen, die uns einen kurzen Einblick in ihre Seele gibt. Lisa war während unseres Emailkontaktes hochgradig schwanger mit Ihren Zwillingen. Die Betonung liegt hierbei auf „war“, denn einen Tag später kamen die Beiden in der 36. Schwangerschaftswoche zur Welt.  Herzlichen Glückwunsch und viiiiiiieeeeeel Gesundheit dazu von uns!!!!!!

Lisa ist selbst Bloggerin und teilt ihre Gedanken auf Ihrem Blog „Zum Donnerdrummel“ (leider mittlerweile offline). Da Sie aber momentan ganz mit Ihren Zwillingen beschäftigt ist, hat sie das Schreiben vorerst eingestellt, möchte aber in Zukunft öfter vom Alltag mit Ihren Zwillingen berichten. Also ab und zu mal rein schauen lohnt sich bestimmt 😉
Aber lange Rede kurzer Sinn, hier nun ein Ausschnitt aus Lisas Schwangerschaft mit Zwillingen:

„Das Eibrot“
Es ist mal wieder eine dieser kurzen Nächte, in denen ich nicht mehr als 3 Stunden schlafen kann. Totmüde war ich als ich ins Bett gegangen bin und ich kann nicht behaupten, dass ich nun ausgeschlafen bin. Mein Becken tut weh, die Zwillinge treten, mein Magen piekst, ich kann nicht auf der Seite liegen, Sodbrennen und so weiter.

Ich bin also mal wieder nachts aufgewacht, liege dann noch mehrere Minuten im Bett und versuch zu ignorieren, dass ich wach bin. Das Bärchen schnarcht seelenruhig neben mir vor sich hin. Dann kommen die Gedanken. Sind die Rückenschmerzen noch normal? Soll ich lieber doch aufstehen? Wann gehts wohl los? Geht es vielleicht gerade los? Was ist noch alles zu tun?

Im Kopf werden endlose ToDo Listen erstellt.

Ich beschließe aufzustehen. Ich kann nicht mehr liegen. Dabei graut es einem schon vor dem Aufstehen selbst. Ich komm kaum aus dem Bett. Der Bauch schmerzt ohne Ende…die Beine sind geschwollen.
Danach folgt der Einzug aufs Sofa.  Fernseher an, hingelümmelt. Mist, hier kann ich noch schlechter liegen. Das Sofa ist zu weich.

Wie so oft schleich ich durch die Wohnung. Mal sehen was es in der Küche gibt. Heute Nacht mach ich mir ein Brötchen mit hartgekochtem Ei, welches noch vom Frühstück übrig ist. Brot gemacht, noch ein Trinkpäckchen aus dem Abstellraum geholt und zurück aufs Sof….Aaaaahhhh….

NEIN! SO EINE SCHEIßE! Da steh ich im Flur….mit meinem Trinkpäckchen. Das Eibrot hat sich im hohen Bogen verabschiedet. Wie sooo viele Dinge sich in letzter Zeit aus meinen Händen verabschieden.

Und dann fang ich an zu heulen. Ich bin so sauer auf mich selbst und kann einfach nicht mehr. Da liegt dieses Eibrot und ich hab das Gefühl, neben dem Brot ist mir auch meine komplette Geschicklichkeit abhanden gekommen. Andauernd fällt mir was runter.

Die Krokodilstränen laufen mir die Wangen runter und das Eibrot ist für mich nicht länger nur ein Brot, sondern der komplette Schwangerschaftsverfall!  Ich kann nicht mehr! Und ich will nicht mehr! Es ist die 35. Woche. Aber jaja…ich weiß ich weiß…“ein bisschen müssen die noch“, „dies Jahr dürfen die aber nicht mehr kommen“, und so weiter.
Und so habe ich mal wieder ein schlechtes Gewissen. Stehe hier und heule und weiß eigentlich dass die Babys noch nicht kommen dürfen. Das Gefühl sagt etwas anderes.

Im Flur ist es kalt. Ich gehe im Schneckentempo auf die Knie und kratze das Brot vom Teppich. Der Bauch tut weh.

Und dann wieder aufs Sofa. Die Nacht um die Ohren schlagen. Bis die Müdigkeit die Beine taub werden lässt. Wenigstens hab ich noch mein Trinkpäckchen.  Gerade will ich den Strohhalm auspacken, da sehe ich ihn. 2 Meter von mir entfernt. Auf dem Fußboden.

Jetzt muss ich lachen.

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3 Antworten zu Das Eibrot – aus dem Leben einer Zwillingsschwangeren

  1. Lisa sagt:

    Danke für die Glückwünsche und danke, dass ihr meinen Text hier “veröffentlich” habt. 🙂
    Eins möchte ich noch zum Text sagen: Nicht jede Nacht war so! Es gab natürlich auch Nächte in denen ich länger schlief und mir nichts weh tat.
    Nun, wo die beiden da sind ist aber auch einiges vergessen und es war jede schlaflose Nacht wert.
    Bis bald…

  2. Kathi sagt:

    Ich danke dir für diesen Beitrag. Ich bin gerade selbst mit Zwillingen in der 27. Woche schwanger und mir geht es jetzt schon ähnlich. Ich habe Tränen in den Augen vor Lachen. Warum genau fällt immer alles runter, wenn man sich nicht bücken kann??? Ganz liebe Grüße…

  3. Janine sagt:

    Schön zu lesen dass es Leidensgenossinen gibt ich selbst bin jetzt auch in der 27. /28. Ssw und mir fällt auch so einiges schwer bei mir kommt noch dazu dass ich schon eine fast 16 Monate alte Tochter habe die auch beschäftigt werden möchte 😉 LG

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